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LEISTENNEURALGIE
(Schmerz im Leistenbereich, in der Leistenbeuge)
Der Begriff
-
Die Leiste bzw. die
Leistenbeuge bildet den Übergang vom Bauch bzw.
Unterbauch
zum Oberschenkel und
-
die (echte)
Neuralgie ist gekennzeichnet
durch einen anfallsartig auftretenden "hellen" Schmerz im Ausbreitungsgebiet
eines sensiblen (=
Wahrnehmung / Empfindung betreffend)
oder gemischten (=
Wahrnehmung / Empfindung sowie Muskelaktivität betreffend)
Nervs, im eigentlichen Sinne ohne Sensibilitätsstörung (=
Störung der Empfindung) und ohne nachweisbare
Ursache.
Mit dem Begriff
"Leistenneuralgie" wird in der Regel ein
Schmerz im Leistenbereich bezeichnet, obwohl dieser nur in
Ausnahmefällen streng anfallsartig, also im Sinne einer echten
Neuralgie
auftritt. Es wäre also korrekter, diesen
Schmerz einfach als Leis
ten
schmerz zu bezeichnen.
An der
sensiblen
(= die Empfindlichkeit, auch Schmerzempfindlichkeit
betreffenden)
Nervenversorgung der
Leiste
sind die Ner
ven N. ilioinguinalis, N.
iliohypogastricus und N. genitofemoralis beteiligt.
Bei
Irritationen (pseudoradikuläre
Syndrome) und läsionsbedingten ,sensiblen Störungen (radikuläre
Syndrome) kann eine Leistenneuralgie auch
in das Ausbreitungsgebiet eines beteiligten Nervs ausstrahlen.
- Rumpfnaher, innerer
Oberschenkel:
N. genitofemoralis
-
Hoden
(bei Frauen große Schaml
ippe): Ramus
(= Nervenast)
genitalis des Nervus
genitofemoralis
- Außenseite von
Becken
und
Hüfte:
N. iliohypogastricus
-
Unterleib
s- und
Flanken
bereich: N. ilioinguinalis und N. iliohypogastricus
Bei Schädigung
des N. genitofemoralis (Spermatikusneuralgie)
kommt es auch zu einem Ausfall des Kremasterreflexes
(= Reflex des
Hodensacks).
N.
ilioinguinalis und N. iliohypogastricus versorgen motorisch
(= die
Muskeltätigkeit betreffend)
gemeinsam die
Bauch
decken
muskulatur,
weshalb sich eine motorische Einzelstörung neurologisch nur schwer
nachweisen läßt.
Nicht selten
tritt eine Leistenneuralgie nach Neph
rektomie
(= operative Entfernung der
Nieren) oder
Herniotomie
(= Leis
tenbruchoperation) (Postherniotomie-Syndrom)
auf, seltener sind retroperitoneale
Tumoren
(= Geschwulste
hinter dem Bauchfell)
oder paranephritische Prozesse
(= Erkrankungen um
die
Niere
n herum)
ursächlich.
Differentialdiagnostisch
(= sonst noch in
Frage kommende Erkrankungen)
ist bei einer Leistenneuralgie ein
Wurzelreizsyndrom (Th11-L2)
(=
Krankheitszeichen bei gestörten
Nervenwurzel
n aus dem
Rücken
mark vom 2.
Lenden
- bis zum
11.
Brust
w
irbel)
in Erwägung zu ziehen.
An der Durchtrittstelle der
Nerven
durch die
Bauch
muskeln
kann auch ein
Kompressionssyndrom
(=
Krankheitszeichen bei mechanischer Einengung)
entstehen.
Auch eine
Tendopathie
(= Störung im
Bereich der
Sehnen
und Sehnenansätze) der
Hüftadduktoren
(= Mus
keln, die
das Bei
n zur Mitte
ziehen) kann eine
Leistenneuralgie verursachen, meist kombiniert mit
Sch
merzen
im Bereich des Schambeins.
Affektionen
(=
Störungen/Erkrankungen)
des
Hüftgelenk
s, z.B. eine
Hüftgelenksarthrose, kann ebenfalls zu einer Leistenneuralgie
führen.
Stärkere
Sch
merzen
im Rahmen einer Leistenneuralgie führen typischerweise zu einer
vornübergebeugten Schonhaltung, Ruhigstellung des Oberschenkels in
der Mittellinie mit Einwärtsdrehung des
Fuß
es bringt ebenfalls Erleichterung.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei eher anfallsartigen
Beschwerdecharakter im Sinne einer echten
Neuralgie
ist die Verordnung eines Antikonvulsivums (=
ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei einem anfallsartigen
Schmerz wirksam)
angezeigt. Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin,
als 2. Wahl Carbamazepin. Die
Kombination mit Baclofen hilft Gabapentin
bzw. Pregabalin oder Carbamazepin
einzusparen.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Zur
Schmerztherapie bei einer hartnäckigen Leistenneuralgie
(chronische) werden im Rahmen der therapeutischen
Lokalanästhesie wiederholte
Nervenblockaden mit einem
örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanästhetika)
(z.B. 10 ml Bupivacain 0,25%, auch mit Kortison) im mehr
äußeren Bereich des Leistenbandes durchgeführt (Nervus
genitofemoralis ca. 2-3 cm medial
(= zur Körpermitte
hin)
der Spina iliaca anterior superior
(= vorderer, oberer Darmbeinstachel) in Richtung auf den Nabel).
Zeigt sich eine
Leistenneuralgie weiterhin therapieresistent
(= nichts hilft)
und besteht dringende Behandlungsbedürftigkeit, vor allem wenn
zusätzlich Hü
fte und Unterlei
b, evtl. auch innerer Oberschen
kel und Hode
n (bei Frauen Schaml
ippen) betroffen sind, so
kommt die kontinuierliche Plexus lumbalis-Blockade
(= Betäubung des
Nervengeflechts im oberen Len
denbereich)
mit Katheter (*siehe unten) in Frage.
Bei Vorliegen
eines
Kompressionssyndrome
s (=
Krankheitszeichen bei mechanischer Einengung) kann evtl. eine örtliche Neurolyse
(= Nervenfreilegung)
durchgeführt werden. Zu einer
perkutanen Rhizotomie
(= Blockierung der
hinteren Wurzel des Rückenmarks mittels Spiegelung)
wird man sich bei einer Leistenneuralgie nur selten entschließen.
Im Rahmen einer
stationären Behandlung können bei einer Leistenneuralgie
(chronische)
Nervenblockaden
und Heilgymnastik optimal aufeinander abgestimmt werden.
* Kontinuierliche
Blockade des Plexus lumbalis mittels Nervus femoralis-Katheter:
Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels
her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der
Tiefe den Oberschenkelnerv (N. femoralis) auf und legen in die
Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Ner
ven) einen dünnen
Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen
spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte
örtliche
Betäubungsmittel
lösung ein.
Wenn man jeweils ca. 25-35 ml injiziert und während des Einspritzens
den Oberschen
kel abstaut, wird die
Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide)
und betäubt auch die oben aufgeführten Ner
ven des Plexus lumbalis.
Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches
Betäubungsmittel)
wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten
bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit
begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche
Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß
bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner
ven betroffen sind, woraus
eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der
Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Sch
merzen, die
auf eine
verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch
degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist. Von der
besseren Durchblutung profitiert auch ein gestörter
Nervenzellstoffwechsel.
Besteht ein chronisches
Schmerzsyndrom längerfristig, so ist
davon auszugehen, daß
bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung)
vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische
(= körperliche)
Schmerzbehandlung kaum mehr ausreichend,
sondern es muss im Rahmen von
psychologisch /psychotherapeutische
Interventionen auch eine
spezielle Schmerzpsychotherapie erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es
nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung
absolviert haben.
Wer zahlt
eigentlich eine
erforderliche, stationäre Rehabilitationsbehandlung?
(Originaltext der Bundesregierung): "Die Krankenversicherung
finanziert Rehabilitationsleistungen, wenn diese erforderlich sind,
um eine Kran
kheit zu
erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder
Beschwerden zu lindern, sofern die Erwerbsfähigkeit nicht erheblich
gefährdet oder gemindert ist. Sie ist auch zuständig, wenn es darum
geht, einer drohenden Behinderung oder Pflegebedürftigkeit
vorzubeugen".
Hinzu kommt seit dem 1.4.2007, daß alle gesetzlich versicherte
Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich
ihre Rehabilitationseinrichtung jetzt sogar selbst aussuchen können.
Die Rentenversicherungen sind demnach nur dann zuständig,
wenn die "Behandlungen der Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit bzw. Wiedereingliederung ins Berufsleben dienen".
Wenn also Ihre Rentenversicherung in diesem Sinne laut Bescheid
keinen Handlungsbedarf sieht, dann ist offensichtlich Ihre Krankenkasse für die
Kostenübernahme der stationären Rehabilitation zuständig. - Die
Originaltexte finden Sie hier:
http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st

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Aktualisiert: >04.02.2008</>
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venöse
Durchblutungsstörungen,
Verschlußkrankheiten,
vertebragener Schmerz,
Vertebralsyndrome,
Virale Arthritis,
Viszeraler Schmerz,
Visceraler Schmerz, Vorfußschmerzen,
Vulvodynie,
W
Wadenschmerz,
Wangenschmerzen,
Weichteilrheuma,
Weichteilrheuma,
chronischer
Weichteilschmerz,
Wirbelsäulenerkrankung (www.wirbelsaeulenerkrankung.com),
Wirbelsäulenschmerz,
Wirbelsäulensyndrome,
Wirbelsäulenverkrümmung,
WS-Schmerz,
Wurzelentzündungen,
Wurzelkompressionssyndrom,
Wurzelneuritis,
Wurzelreizsyndrome,
Wurzelsyndrome,
Z
Zahnschmerz,
Zeckenstich (www.zeckenstich.com),
Zeckeninfektionen,
zentraler Schmerz,
Zeckenkrankheiten (http://www.zeckenkrankheiten.net),
Zephalgien,
Zervikogener Schmerz,
Zervikozephales Syndrom,
Ziliare Neuralgie (Ciliare
Neuralgie),
Zoster-Infektion,
Zosterschmerzen,
Zungenschmerz,
Zystalgie,
Zystitis (www.zystitis.net),
Zungenschmerz
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http://www.leistenneuralgie.de <strong>Schmerz im
Leistenbereich</strong> <strong>Leistenbeuge</strong> |